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Einblicke

Hier haben wir für Sie einige Informationen zu unserer Baumschule zusammengestellt....

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Geschichte der Baumschule Beyme

Die Anfänge der "Baumschule Gustav Beyme" in Pechau reichen in das Jahr 1840 zurück. Aus einer Anstellung in Prester kommend, erwarb der Kunst- und Handelsgärtner Wilhelm Beyme (1804-1877) in Pechau den Klosterhof (jetzt Breite Straße 23). Dort begann er eine Gärtnerei (1840), die sich von Anfang an auch mit der Anzucht von jungen Obstbäumen befasste.

Ein erhalten gebliebenes "Conto Buch" vermerkt in den Jahren 1855-1860 den Verkauf von Obst, Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Topf- und "abgeschnittenen" Blumen sowie von Bäumen (auch über die nähere Umgebung hinaus, z.B. nach Quedlinburg oder Halberstadt).

1877 ging die Gärtnerei auf seinen Sohn Gustav Beyme (1828-1911) über, der der Firma den noch heute gültigen Namen gab.
Dessen Söhne Otto Beyme (1866-1941) und Gustav Beyme (1867-1952) übernahmen 1902 die 'Baumschule Gustav Beyme' um sie als OHG (Offene Handels Gesellschaft) weiterzuführen.
In dem Bestreben, den Betrieb krisenfester zu machen, wurden zu den bisherigen Wirtschaftszweigen Baumschule und Landwirtschaft, angeregt durch Otto Beymes Ausbildung in einem namhaften Quedlinburger Saatzuchtbetrieb (Dippe), der Gemüseanbau und die Gemüsesamenvermehrung einschließlich züchterischer Versuche entwickelt.

Das Angebot an Arten und Sorten war auch für heutige Begriffe beeindruckend. Die Baumschule und die Gemüsesamenvermehrung erlangten zu dieser Zeit Bedeutung und Absatz im ganzen Deutschen Reich.

Mit dem Erwerb des Gutes Seehof (ehemalige Schradersche Ziegelei) im Jahr 1911 und der Zupachtung von weiteren Ackerflächen erreichte der Betrieb eine beachtliche Leistungsstärke, die leider durch die politischen Ereignisse (Revolution, Weltkrieg, Inflation) immer wieder Rückschläge erlitt.

 

Aber der Ausbruch des II. Weltkrieges unterbrach die hoffnungsvolle Entwicklung jäh!-Nicht nur, dass zahlreiche männliche Mitarbeiter einschließlich der beiden Inhaber zum Kriegsdienst eingezogen wurden, die Kriegswirtschaft zwang zu zahlreichen Einschränkungen. So wurde z.B. sofort der Lkw samt Fahrer eingezogen.

Der verheerende Bombenangriff vom 21. Januar 1944 hat auch dem Betrieb schwere Schäden zugefügt, die bis heute noch nicht überwunden sind (z.B. Scheune auf dem Klosterhof, Stallgebäude auf dem Seehof, Scheune Hauptsraße 6). Den Zusammenbruch des III. Reiches überlebte der Betrieb schwer gezeichnet, aber mit der Hoffnung auf einen Neuanfang.


Zunächst gab es einen unglaublichen Druck durch zahllose Umsiedler und Flüchtlinge aus dem Osten, die Obdach, Beschäftigung und Ernährung suchten - dem Rationierung und Zwangswirtschaft mit Pflichtablieferung aber engste Grenzen setzten.
Hinzu kam ein Angriff auf die Selbständigkeit des Betriebes - nur äußerst knapp konnte die Enteignung im Zuge der Bodenreform abgewehrt werden. In dieser Notzeit spielte die Erzeugung von Lebensmitteln die dominierende Rolle - in der Baumschule wurden überwiegend Obstbäume herangezogen. Die Landwirtschaft musste alle der Pflichtablieferung unterliegenden Erzeugnisse - Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Ölsaaten, Fleisch, Milch, Wolle, Eier - produzieren und der Gemüse- und Gemüsesamenanbau wurde ausgedehnt und gipfelte in der Züchtung und Anerkennung der Stabtomatensorte "Beymes Erntesegen".

Hinzu kam ein Angriff auf die Selbständigkeit des Betriebes - nur äußerst knapp konnte die Enteignung im Zuge der Bodenreform abgewehrt werden. In dieser Notzeit spielte die Erzeugung von Lebensmitteln die dominierende Rolle - in der Baumschule wurden überwiegend Obstbäume herangezogen. Die Landwirtschaft musste alle der Pflichtablieferung unterliegenden Erzeugnisse - Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Ölsaaten, Fleisch, Milch, Wolle, Eier - produzieren und der Gemüse- und Gemüsesamenanbau wurde ausgedehnt und gipfelte in der Züchtung und Anerkennung der Stabtomatensorte "Beymes Erntesegen". 

Die 1953 begonnene Kollektivierung in der Landwirtschaft verschlechterte die Situation des Betriebes zunehmend - Privatbetriebe wurden bei der Kontingentierung von Technik, Düngemitteln, Saat- und Pflanzgut und auch Krediten bewusst benachteiligt. Die Lage änderte sich erst, nachdem 1961 eine staatliche Beteiligung von zunächst 38 % (später 50 %) aus dem Privatbetrieb einen "halbstaatlichen" Betrieb machte. Zaghafte Investitionen führten zu einer vorübergehenden Erleichterung. So konnte ein Traktor "Famulus", später ein Geräteträger (RS 09) angeschafft werden und die zerbombte Scheune auf dem Seehof erhielt wieder ein Dach. Jedoch der Mangel an Arbeitskräften machte sich zunehmend bemerkbar.

Der schwärzeste Tag in der Geschichte des Betriebes kam am 27. April 1972, als die beiden privaten Gesellschafter Friedrich Beyme und Dr. Dietrich Beyme unter massivstem Druck ihrer Verdrängung aus dem Betrieb durch Übernahme ihrer Anteile durch den Staat zustimmen mussten.

Willkürlich wurde die Baumschule als Betriebsteil einem VEG Obstbau in Wernigerode angeschlossen, ab 1981 einem neugeschaffenen VEG Obstbau in Magdeburg. In diese Zeit fällt die alleinige Ausrichtung auf baumschulische Produktion.
Nicht benötigte Flächen wurden von der Pechauer LPG übernommen, Obst- und Gemüsebau wurde eingestellt. Die Verbindung der Familie Beyme zur Baumschule wurde durch die Berufung von Hartwig Beyme (geb. 1941), der 1965 in die Firma eingetreten war, zum Leiter der 'Abteilung Baumschule Pechau' erhalten. Im Rahmen des Obstbaubetriebes erhielt sich die Baumschule als spezialisierte Produktionseinheit, jedoch konnte eine starke Vernachlässigung von Werterhaltung und Investition nicht verhindert werden.

Schon im Herbst 1989 begannen Überlegungen, die Restitution der Baumschule Gustav Beyme" anzustreben. In einem komplizierten Verfahren beantragten die Witwen der inzwischen verstorbenen letzten Privateigentümer die Rückübertragung der Firma.

Am 01.09.1990 konnte die "Baumschule Gustav Beyme" wieder angemeldet werden.

1992 trat Falko Beyme (geb. 1968) , der heutige Betriebsinhaber anstelle seines Vaters in die Firma ein.
Es begann der schwierige Prozeß, in einer Zeit der Auflösung und Umgestaltung des Staats-, Wirtschafts- und Rechtsgefüges einen Betrieb zu organisieren und Produktion und Absatz neu zu gestalten.

Vier bisherige Mitarbeiter wurden von der Baumschule übernommen und wagten mit den Inhabern den Neuanfang.

Marode Gebäude und veraltete Maschinen blieben aus der Zeit der Verstaatlichung und erschwerten die Produktion.

Dringend nötige Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten an den verfallenen Gebäuden auf dem Seehof wurden in großem Umfang durchgeführt. Durch Umnutzung von vorhandenen Gebäuden wurden für die Baumschule erforderliche Räumlichkeiten bei Erhaltung der gewachsenen Hofanlage geschaffen.  

Seit 1996 werden in der Baumschule wieder junge Gärtner ausgebildet. Derzeit sind neben dem Inhaber 5 Mitarbeiter und 3 Auszubildende beschäftigt. Ein moderner Maschinenpark steht für die Kulturen bereit.    

Nach enormen Anstrengungen in den letzten Jahren ist es dem heutigen Inhaber der Baumschule, Diplomgartenbauingenieur Falko Beyme, der die 6. Generation der Beymes vertritt, nun möglich, wieder ein umfangreiches Sortiment an Gehölzen anzubieten - von Obstgehölzen und Rosen über Sträucher aller Art, Koniferen, Hecken- und Kletterpflanzen bis hin zu Alleebäumen.

Erfahrungen aus 170 Jahren Gehölzanzucht verbunden mit dem Engagement der Betriebsleitung und Mitarbeiter sollen Zukunft und Fortbestand der "Baumschule Gustav Beyme" in Magdeburg/Pechau sichern.